Gönderen: camimiz.com ditib.net DİTİB Recklinghausen | 02/12/2009

Treffen der Religionen

Treffen der Religionen

Serie: Mein geheimer Ort – Teil XVI
Von Martina Möller am 02. Dezember 2009

RECKLINGHAUSEN. Die Tür der Diyanet-Moschee ist weit geöffnet – heute für Bernhard Lübbering, den ehemaligen Pfarrer der Gastkirche in Recklinghausen. Er trifft den neuen Vorbeter Yusuf Dikmen an dessen Wirkungsstätte und will uns bei diesem Anlass das Gotteshaus der Muslime als seinen „geheimen Ort“ vorstellen.

Daran, dass die Moschee für viele Nicht-Muslime ein Ort mit vielen Geheimnissen ist, will der 71-jährige Katholik unbedingt etwas ändern. An dieser Idee arbeitet er seit Jahren. Zusammen mit seinem ebenfalls pensionierten evangelischen Amtskollegen Dr. Jürgen Schwark (68), der ihn auch heute begleitet.

Moschee und Minarett als weithin sichtbares Zeichen des Glaubens sind im Recklinghäuser Süden wie in vielen Revierstädten ein gewohntes Bild. Die muslimische Gemeinde im Recklinghäuser Süden hat ihr Gotteshaus vor knapp neun Jahren eingeweiht. „Der den Bau des 14,5 Meter hohen Minaretts gab damals auch in Recklinghausen Anlass für kontroverse Diskussionen. Am Runden Tisch wurde am Ende eine Einigung erreicht“, erinnert sich Bernhard Lübbering.

Er saß selbst mit in der Runde, hat sich schon früh um Integrationsprozesse bemüht, unter anderem auch in Form der interreligiösen Gottesdienste. Der erste fand 1986 in der Gustav-Adolf-Kirche in Recklinghausen statt. Seit 2000 ist der Dialog der Religionen auf Wanderschaft geworden – jedes Jahr in einem anderen Gotteshaus.

Die Nachricht aus der Schweiz vom jüngsten Volksentscheid zum Bauverbot für Minarette nimmt man an der König-Ludwig-Straße gelassen. „Das ist doch nur in der Schweiz – weit weg“, lächelt Sihan Özen. Er fungiert als Übersetzer für den neuen Imam, der gerade erst dabei ist, seine Grundkenntnisse der deutschen Sprache zu erweitern. Noch kann er sich besser auf Englisch ausdrücken, aber das soll sich im Recklinghäuser Alltag schon bald ändern.

Yusuf Dikmen ist im August als neuer Hodscha der Gemeinde vom Staatlichen Präsidium für religiöse Angelegenheiten aus der türkischen Hauptstadt Ankara ins Ruhrgebiet entsandt worden. In den nächsten vier bis fünf Jahren wird der heute 38-Jährige mit seiner Ehefrau und den beiden fünf und zwölf Jahre alten Kindern in Recklinghausen leben – so lange dauert in der Regel ein Einsatz für einen Hodscha außerhalb der Türkei.

Mit dem Neu-Recklinghäuser ins Gespräch zu kommen, fällt den deutschen Gästen nicht schwer. Bei Tee und Gebäck schwinden Sprachbarrieren, wird Neugier geweckt. Zu Weihnachten will der junge Imam in der Christmette ein Grußwort der Muslime an die christliche Gemeinde richten, wie es in Recklinghausen seit einigen Jahre guter Brauch ist. Aber was ist den Christen wichtig an Weihnachten? Das will er heute von den beiden Kirchenvertretern erfahren. „Die Geburt Christi hat für uns auch als Fest des Friedens auf Erden Bedeutung“, erklärt Bernhard Lübbering. Als Bausteine friedlichen Zusammenlebens sieht er die Ökumene und die Kooperation der christlichen Kirchen mit jüdischen, muslimischen und buddhistischen Religionen. Oder ganz einfach die guten nachbarschaftlichen Verhältnisse zwischen den Kulturen, die fernab großer politischer Konflikte oft ganz prächtig funktionieren.

Das Beispiel der alten Dame fällt ihm ein, in deren Nachbarwohnung in Recklinghausen eine türkische Familie einzieht. Es entwickeln sich freundschaftliche Kontakte: Die jungen Eltern laden die Seniorin zum Beschneidungsfest ihres kleinen Sohnes ein.

Bernhard Lübbering und Jürgen Schwark wissen viel von muslimischer Tradition und türkischer Gastfreundschaft zu erzählen, haben bei Hochzeiten und anderen Familienfeiern daran teilhaben dürfen. Aber beiden ist auch klar, wie viel im Argen liegt.

„Es gibt zwar Möglichkeiten der Begegnung, aber immer noch zu wenig“, findet der frühere evangelische Pfarrer, der den Dialog der Kulturen in seiner Stadt als Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit vorantreibt. Ebenso wie Bernhard Lübbering hat er maßgeblich an der Installierung der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) mitgewirkt hat. Im nächsten Frühjahr soll das erste eigene Programm vorgestellt werden. Die Türen sind weit geöffnet.

Quelle: http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/nachrichten/region/Treffen-der-Religionen;art1111,68395


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