Gönderen: camimiz.com ditib.net DİTİB Recklinghausen | 24/12/2010

Moscheebauten und ihre Bedeutung

24.12.2010
Freitagspredigt

Moscheebauten und ihre Bedeutung

بِسْمِ اللهِ الْرَحْمنِ الْرَحِيِم
إِنَّمَا يَعْمُرُ مَسَاجِدَ اللّهِ مَنْ آمَنَ بِاللّهِ وَالْيَوْمِ الآخِرِ وَأَقَامَ الصَّلاَةَ وَآتَى الزَّكَاةَ وَلَمْ يَخْشَ إِلاَّ اللّهَ فَعَسَى أُوْلَـئِكَ أَن يَكُونُواْ مِنَ الْمُهْتَدِينَ

Bismillahirrahmanirrahim
[Im Namen Allahs, des
Erbarmers, des Barmherzigen]
“Die Gebetsstätten Allahs errichten und füllen mit Leben nur diejenigen, die an Allah und das Jüngste Gericht glauben, das Gebet verrichten, die Pflichtabgabe entrichten und nienamden fürchten außer Allah. Mögen diese zu den Rechtgeleiteten gehören.”

[Sure Tawba, Vers 18]
Verehrte Muslime,

seit Menschengedenken bauen die Menschen Gebetsstätten, um in ihnen ihre gottesdienstlichen Pflichten zu verrichten. Die Geschichte der Menschheit ist daher nicht zu denken ohne Gebetsstätten, in denen sie Allah angerufen und Ihm ihre gottesdienstlichen Handlungen dargeboten haben.

Moscheen sind ihrer Wortbedeutung nach zunächst Orte, die die Menschen zusammen bringen und sie einen. Hier stellen sich die Muslime im selben Glauben und voller Ehrfurcht vor Allah Schulter an Schulter zum gemeinsamen Gebet auf, hier erlernen sie ihre Religion und hier teilen sie dieselben Gefühle. Moscheen sind daher Symbole für Einheit und Zusammenhalt. Gläubige aus allen Schichten der Gesellschaft, gleich welchen Alters, welchen Geschlechts, oder auch sozialen Rangs: sie alle vereinigt die Moschee, wenn sie sich hier in einer Reihe gemeinsam zum Gebet aufstellen. Moscheen sind auch der einzige Ort, an dem die Menschen, ganz im Sinne eines weiteren, symbolischen Namens für Moscheen, nämlich “Allahs Häuser”, noch zu Lebzeiten bei Allah zu Gast sein können. Im Koran heißt es hierzu: “Wahrlich, die Gebetsstätten gehören Allah. So dient nur Allah und nicht noch einem anderen dazu.” [1]

Verehrte Gemeinde,

Moscheen, die im aufrichtigen und festen Glauben errichtet werden, sind Allah die wohlsten und liebsten Orte auf Erden. So ließ es uns dereinst unser Prophet wissen, als er in einem Hadis sagte: “Moscheen sind die Orte, die Allah am liebsten hat.” [2] Andererseits werden die Menschen auch im Koran dazu ermutigt, Gebetsstätten zu erbauen, in denen Allah angerufen wird: “Die Gebetsstätten Allahs errichten und füllen mit Leben nur diejenigen, die an Allah und das Jüngste Gericht glauben, das Gebet verrichten, die Pflichtabgabe entrichen und nienamden fürchten außer Allah. Mögen diese zu den Rechtgeleiteten gehören.” [3]

Verehrte Muslime,

unser Prophet, der uns in jeder Hinsicht und in jeder Lebenslage ein Vorbild ist, hatte während seiner Auswanderung von Mekka nach Medina noch auf dem Weg dorthin in Kuba eine Moschee erbaut. Angekommen in Medina begann er sogleich mit dem Bau seiner Prophetenmoschee, wobei er auch selbst mithalf. [4]

Verehrte Gemeinde,

Dieses Vorgehen des Propheten war es, das die Muslime inspiriert hat. Sie folgten seinem Beispiel und erachteten es fortan ebenfalls als ihre Pflicht, überall wo sie hinkamen Moscheen zu errichten, in denen sie zusammen kommen und ihre Gottesdienste verrichten, aber auch den nachfolgenden Generationen ihre Religion beibringen konnten.

Auch unsere muslimischen Brüder und Schwestern haben in Deutschland in einem selbstlosen Einsatz all ihre Möglichkeiten zusammen getan und hier viele Moscheen errichtet. Im Moment errichten wir wieder alle gemeinschaftlich die Kölner Zentralmoschee und ihr dazugehöriges Kultur- und Wissenschaftszentrum. Sie wird uns allen ein Wahrzeichen dafür, dass wir ein Teil Deutschlands sind und hier bleiben wollen. Ein Wahrzeichen aber auch dafür, dass der Islam ein Teil Deutschlands ist und dass in Deutschland Gotteshäuser der unterschiedlichsten Religionen gebaut werden können und schließlich dafür, dass trotz all der Diskussionen und Debatten Religionen Respekt und Toleranz genießen.

Es sind die Gebete und die immaterielle wie materielle Unterstützung unserer wohltätigen Brüder und Schwestern, mit denen wir dieses schöne Werk beenden werden. Hier werden wir noch alle gefordert sein und Eure Zuwendungen brauchen. Der Rohbau unserer Zentralmoschee wird in Kürze abgeschlossen sein. Für den weiteren Ausbau werden wir nochmal soviel brauchen wie bisher, nämlich 15.000.000 €. Auch wenn dies kein leichtes Unterfangen ist, werden wir unsere Zentralmoschee – so Allah will – gemeinsam vollenden. Wie bundesweit mit den DITIB-Ortsgemeinden vereinbart, bitten wir Euch zweimal im Jahr um Eure materielle Unterstützung für den Bau der Zentralmoschee. Möge Allah all Eure Wohltaten annehmen, Euch schützen und Euren Gewinn segnen und mehren.

Ich beende meine Predigt mit einem Hadis unseres Propheten Muhammad (s.a.v.), in dem er uns verkündet, dass der körperliche Einsatz und der materielle Aufwand für einen Moscheebau nicht unbeantwortet bleiben: “Errichtet jemand eine Moschee, um damit die Zufriedenheit und das Wohlwollen von Allah zu erlangen, wird Allah ihm hierfür ein Haus im Paradies vorbereiten.” [5]

[1] Cin, 18.
[2] Muslim, Mesacid, 228.
[3] Tevbe, 18.
[4] Buhari, Menakibu l-Ensar, 45.
[5] Buhari, Salat, 65.

Predigtkommission DITIB Köln


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