Gönderen: camimiz.com ditib.net DİTİB Recklinghausen | 25/03/2011

Die Scheidung als letztes Mittel

Freitagspredigt
25.03.2011

Die Scheidung als letztes Mittel

بِسْمِ اللهِ الْرَحْمنِ الْرَحِيِمِ
وَعَاشِرُوهُنَّ بِالْمَعْرُوفِ ۚ فَإِنْ كَرِهْتُمُوهُنَّ فَعَسَىٰ أَنْ تَكْرَهُوا شَيْئًا وَيَجْعَلَ اللَّهُ فِيهِ خَيْرًا كَثِيرًا

Bismillahirrahmanirrahim
[Im Namen Allahs, des
Erbarmers, des Barmherzigen]
“Und geht gut mit ihnen (den Frauen) um. Solltet ihr sie nicht mögen, dann kann es sein, dass ihr etwas nicht mögt, Allah euch aber reichlich Wohl hierdrin beschert hat.”

[Sure “Nisa”, Vers
19]

Verehrte Muslime,

der Koran beschreibt den Menschen als das erhabenste der Geschöpfe. Als solcher bildet er mit seiner Familie die kleinste Einheit in der Gesellschaft, in der er lebt. Liebe, Zuneigung, Barmherzigkeit, Treue, Aufopferung, Toleranz und Verantwortung sind es, die eine Familie ausmachen und auf deren Grundlage sie errichtet wird. Hier kommen die nachfolgenden Generationen einer Gesellschaft auf die Welt und hier bereiten sie sich auf ihre Rolle in der Gesellschaft vor. Daher wird die Familie in Koran und Sunna hochgehalten, wenn es hier z.B. heißt: ”Zu Seinen Zeichen gehört, dass Er euch aus euch selbst Partner schuf, damit ihr bei ihnen ruht, und dass Er zwischen euch Liebe und Barmherzigkeit gesät hat. Wahrlich, hierdrin sind Zeichen für Leute, die nachdenken.” [1] – “Sie sind euch ein Gewand und ihr seid ihnen ein Gewand.” [2] “O ihr jungen Leute, wer von euch dazu in der Lage ist, der sollte heiraten.” [3] Demnach wird die Ehe im Islam gefördert, die Scheidung hingegen nur als letztes Mittel gutgeheißen.

Verehrte Brüder und Schwestern,

sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft ist es dienlich, dieses Band zwischen Mann und Frau, das durch die Ehe geschlossen wird, zu erhalten und diese in Glück und Geborgenheit fortzuführen. Aus diesem Grunde gemahnt uns Allah auch im Koran, umsichtig und respektvoll mit dem Ehepartner umzugehen, damit die Ehe fortbesteht. [4] In jeder Familie kann es jedoch von Zeit zu Zeit zu Problemen kommen. Der Ausgangspunkt hierfür können sein ökonomische Engpässe, fehlendes Verantwortungsbewusstsein der Ehepartner, Alkohol und Glücksspiel, Kommunikationsprobleme und insbesondere, wie in den letzten Jahren immer öfter zu beobachten, Internet-Sucht sowie online-Bekanntschaften.

In solchen Fällen sind Familien angehalten, ihre familiären Probleme nach den Prinzipien zu lösen, die der Islam gesetzt hat. Eine Scheidung kann und sollte erst in letzer Instanz erwägt werden. Wenn etwa sonst alle Verhandlungs- und Einigungswege bemüht wurden und die mit der Ehe geknüpften Interessen nicht mehr vorhanden sind, stattdessen Zerrüttung und Unruhe herrschen und die Rechte mit den Füßen getreten werden. Erst in einem solchen Falle kann als Lösung der Weg der Scheidung eingeschlagen werden, ganz wie unser Prophet dereinst in einem Hadis sagte: “Unter den erlaubten Dingen ist Allah am meisten verhasst die Scheidung.” [5]

Verehrte Brüder und Schwestern,

entschließt sich ein Ehepaar für eine Scheidung, ist dies für die Beteiligten ein traumatisches Ereignis. Denn einher geht damit ein schwieriger Prozess, angefangen von der Auflösung einer Familie, bis zur Errichtung einer neuen Ordnung. Herrschen in einer Familie derartige Probleme, sollte man nicht zögern, auf eine Familienberatung, sozialpädagogische Hilfe oder die Vermittlung von Verwandten zurückzugreifen und sich helfen zu lassen. Aber selbst in einer solchen Phase und Situation gebietet uns unser Glaube, rücksichtsvoll mit dem Ehepartner umzugehen, sich nicht gegenseitig zu kränken oder gar Gewalt anzuwenden.

Verehrte Gläubige,

wie sehr auch mit einer Scheidung eine für die Ehepartner unglückliche Ehe endet: diejenigen, die am meisten unter dieser Situation leiden, sind zweifelsohne die Kinder. Denn Ehepartner trennen sich zwar voneinander, nicht aber von ihren Kindern. Unser Herzenswunsch ist es nun, dass Familien nicht aus den nichtigsten Gründen direkt auseinander gehen, dass Kinder nicht ohne Eltern oder ein Elternteil zurückbleiben und Ehepartner ohne Stütze. Glaubt man den Scheidungsstatistiken, nimmt die Bestandsfähigkeit der Ehe immer weiter ab. Dabei würden viele Probleme von selbst gelöst, wenn beide Seiten die Verantwortung übernehmen, die ihnen zukommt, wenn sie treu zum Ehepartner halten und miteineinader in Liebe, Zuwendung und gegenseitigem Respekt kommunizieren und einander zuhören könnten.

Daher, verehrte Brüder und Schwestern,

habt ein wenig mehr Geduld miteinander, ein wenig mehr Verständnis und Toleranz! Die Familie ist in unserer Religion heilig. Ihr solltet den Respekt und die Achtung, die wir uns heiligen Dingen entgegen bringen, auch der Familie gegenüber nicht vorenthalten!

[1] Rum, 30/21.
[2] Bakara, 2/187.
[3] Buhari, Savm 10.
[4] Nisa, 4/19.
[5] Sünen-i Ebu Davud Terceme ve Şerhi 2178.

Ahmet Yılmaz
Religionsbeauftragter der DITIB-Yeni Camii in Kiel


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